Die erste Liebe – Wihelm Busch

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1. Da draußen vor dem Tore,
Da steht ein Lindenbaum,
Wo ich so sĂŒĂŸ getrĂ€umet
Der ersten Liebe Traum.

Da draußen vor dem Tore,
Wo sie mich hinbestellt,
Schenkt‘ ich ihr dies und jenes
Von meinem Taschengeld.

Da draußen vor dem Tore,
In stiller Abendstund‘,
Hab‘ ich ihr oft gekĂŒsset
Die Stirne und den Mund.

Da draußen vor dem Tore,
Beim stillen Mondenschein,
Da schenkt‘ ich meiner Holden
Von Gold ein Ringelein.

Da draußen vor dem Tore,
Da schien der Mond so hell.
Ich war ein junger SchĂŒler,
Sie eine NĂ€hmamsell.

489361_original_R_K_B_by_Paul Golla_pixelio.de

2. In jener dunklen Gasse,
Da wohnt der PfĂ€nderjud‘,
Da hab‘ ich’s auch erfahren,
Wie falsche Liebe tut.

In jener dunklen Gasse,
Dort in des Juden Schrein,
Da seh‘ ich etwas glĂ€nzen
Als wie ein Ringelein.

In jene dunkle Gasse,
Da ging ich heimlich nur;
Bei Abraham, dem Juden,
Versetzt‘ ich meine Uhr.

In jener dunklen Gasse,
Da sah ich – tief gekrĂ€nkt –
Das Ringlein ew’ger Treue,
Das ich ihr jĂŒngst geschenkt.

In jener dunklen Gasse,
Da ward mir alles klar.
Mit meiner ersten Liebe
War’s aus fĂŒr immerdar.

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