Daniela und Oliver – Wie komm ich an ihn ran?

uns-kann-niemand-trennenWir sahen uns das erste Mal am 13. Januar 2007. Zu meinem monatlichen Stammtisch hatte sich auch Oliver angemeldet, jedoch gesagt, dass er etwas sp√§ter kommen w√ľrde. Ich kleiner Schussel hatte das jedoch nicht mitbekommen. Ich kannte ihn nur vom Foto her und war sehr aufgeregt, da ich ihn sehr attraktiv fand. Ich war sehr entt√§uscht, weil er nicht auftauchte. Ich dachte mir: „Tja, dann nicht, du wei√üt ja gar nicht, was du verpasst!“.

Wir waren an diesem Tag bowlen ab 19:30 Uhr und hatten f√ľr 21:30 Uhr noch einen Tisch im Joe Champs, einer amerikanischen Sportsbar, reserviert. Wir waren fast fertig mit bowlen, da stand auf einmal um 21:00 Uhr Oliver in der T√ľr. Er sah so toll aus in seinem langen schwarzen Mantel, einfach ein Mann den man vom Fleck weg heiraten m√∂chte. Ich st√ľrmte sofort auf ihn los und begr√ľ√üte ihn mit dem Satz: „Besser zu sp√§t als nie!“, drehte mich wieder um und verschwand auf der Bowlingbahn. Oliver dachte sich: „Was soll das denn, ich hab doch Bescheid gesagt, dass ich sp√§ter komme“.

Ein Kollege von mir bekam mit, wie unh√∂flich ich zu Oliver war und fragte mich, warum ich mich so verhalten habe. Ich antwortete ihm, dass ich es nicht leiden kann, wenn man sich anmeldet und dann einfach nicht kommt oder zu sp√§t erscheint. Doch mein Kollege korrigierte mich und erz√§hlte mir, dass Oliver Bescheid gesagt habe, dass er sp√§ter kommen w√ľrde.

das-traumpaarAm liebsten w√§re ich im Boden versunken, mir tat es wahnsinnig leid und ich entschloss mich, dass es an der Zeit w√§re mich bei ihm zu entschuldigen. Ich wollte gerade zu Oliver gehen, als ich merkte, dass er von einer Schar weiblicher Stammtischmitglieder umzingelt war. Ich entschloss mich, mich sp√§ter bei ihm zu entschuldigen. Der Abend auf der Bowlingbahn ging zu Ende und wir entschlossen uns, gemeinsam in die Sportsbar zu gehen. Wir standen an der T√ľr der Bowlingbahn und ich trug gerade neuen Lippenstift auf, als mir Oliver einen tiefen Blick in die Augen warf…ich war hin und weg!

Ich nahm mir vor Oliver auf dem Weg zu Sportsbar anzusprechen, nur leider machten mir meine kurzen Beine einen Strich durch die Rechnung. Oliver war viel schneller als ich und so konnte ich wieder nicht mit ihm sprechen. Ich nahm mir fest vor mich in der Sportsbar neben ihn zu setzen, das w√§re meine letzte Chance. Doch da machte mir meine Freundin Sandra und ein weibliches Stammtischmitglied schon wieder einen Strich durch die Rechnung. Ich sollte auf Sandra vor der Sportsbar warten und in dieser Zeit setzte sich schon eine Andere neben ihn. Als ich mich endlich setzen konnte, merkte ich, dass ich ganz weit von Oliver weg sa√ü. Ich konnte ihn nur sehen, wenn ich mich in meinem Stuhl zur√ľcklehnte. Mehrere Male lehnte ich mich nach hinten um ihn zu beobachten, als er pl√∂tzlich meinen Blick erwiderte. Ich drehte mich versch√§mt weg und tat so als ob nichts passiert w√§re. Ich bin ihm sogar einmal auf Klo gefolgt, nur um mal kurz mit ihm zu reden aber selbst dort verpasste ich ihn.

Ich sa√ü genervt am Tisch als meine Freundin mich pl√∂tzlich fragte, was mit mir los sei und wen ich da die ganze Zeit anschauen w√ľrde? Ich antworte ihr, dass ich nicht wei√ü, was sie meine, da fiel mir auf einmal ein Kollege von gegen√ľber ins Wort und meinte: „Jetzt mal ehrlich, wen versuchst du da hinten zu hypnotisieren?“ Ich versuchte ihm zu erkl√§ren, dass es mir nicht gut gehen w√ľrde und ich niemanden versuchte zu hypnotisieren. Pl√∂tzlich wurde mir klar, wie stark ich ihn anvisierte und dass alle Anderen das auch gemerkt hatten. Warum ging mir Oliver nicht aus dem Kopf? Sowas war mir noch nie im Leben passiert…was hatte er, was andere nicht hatten? Leider war ich nicht die einzige Frau, die ihn toll fand. Sissi, die neben Oliver sa√ü, quatschte ihm die ganze Zeit die Ohren voll und ich wusste einfach nicht, was ich davon halten sollte.

imageDer Abend neigte sich dem Ende zu, als sich die Gruppe verkleinerte und wir n√§her zusammenr√ľckten. Endlich sa√ü Oliver mir gegen√ľber und unterhielt sich angeregt mit meinem Tischnachbar. Oliver sprach gerade √ľber das Singledasein, als ich meinen ganzen Mut packte und ihn fragte: „Und, bist du schwul?“ Er guckte mich ganz entsetzt an und erwiderte mit: „Nat√ľrlich nicht!“. Mein Gott, war mir das peinlich, am liebsten w√§re ich ihm Boden versunken…wieso hatte ich diese Frage gestellt? Was war mit mir los? Da hatte ich die Gelegenheit mit ihm zu sprechen und nutzte sie nicht. Aber langsam taute ich auf und wir redeten miteinander…mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich ahnte nicht, dass Oliver wohl mitbekommen hatte, dass ich meine Freundin gefragt hatte, ob wir noch in eine Spielhalle gehen wollten. Da meine Freundin aber keine Lust hatte und mir auch die Lust vergangen war, entschlossen wir uns besser nach Hause zu gehen. Ich konnte nicht wissen, dass Oliver mitgehen wollte aber uns nichts sagte. Ich bekam nur mit, wie Sissi ihn fragte, ob sie ihn nach Hause fahren sollte. Er nahm dieses Angebot gerne an und ich sprudelte vor Eifersucht. Ich wollte ihn so sehr, wie ich noch nie etwas wollte. Schlie√ülich gab ich auf und lies ihn von dannen ziehen mit Sissi.

Als ich zu Hause angekommen war, √ľberkam mich die Wut. Ich √§rgerte mich √ľber mein doofes Verhalten und √ľberlegte mir, wie ich das wieder gutmachen k√∂nnte. Ich schrieb ihm am anderen Tag ins G√§stebuch und ein kleine E-Mail und tats√§chlich antworte er. Wir schrieben eine Zeit lang miteinander, als er pl√∂tzlich meinte, dass er viel lieber mit mir telefonieren w√ľrde. Ich st√ľrzte sofort ans Telefon und rief ihn an…mein Herz klopfte wie verr√ľckt. Einmal angefangen zu reden, konnten wir nicht mehr aufh√∂ren. Wir sprachen √ľber Gott und die Welt und verstanden uns richtig gut. Es kam uns vor, als ob wir uns schon eine Ewigkeit kennen w√ľrden. Wir h√∂rten Musik und kamen uns immer n√§her. Unsere Gespr√§che dauerten n√§chtelang und wir bekamen kaum noch Schlaf. Drei Tage hintereinander telefonierten wir, bis uns klar wurde, dass wir uns treffen sollten.

Endlich war es soweit! Nachdem wir uns das erste Mal vor vier Tagen gesehen und miteinander an den folgenden drei Tagen nächtelang telefoniert hatten, stand unser erstes Treffen bevor.

image2Es war der 17. Januar, als wir uns um 19:30 Uhr zum Essen verabredet hatten. Ich stand an unserem vereinbarten Treffpunkt am K√∂lner Hauptbahnhof und war total nerv√∂s. Mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf…wie w√ľrde der Abend ablaufen? Wie w√ľrden wir uns verstehen und was w√ľrde passieren? Diese Gedanken bewegten nicht nur mich, sondern auch Oliver. Pl√∂tzlich war es soweit, Oliver stand vor mir und sah einfach unwiderstehlich aus. Er sah noch besser aus als bei unserem ersten Treffen, am liebsten w√§r ich ihm sofort um den Hals gesprungen. Ich hatte mich extra schick gemacht, als ich merkte, dass es anfing f√ľrchterlich zu regnen. Da wir keinen Regenschirm hatten, stellten wir uns gegen√ľber vom K√∂lner Dom unter, wo Oliver seinen ganzen Mut zusammennahm und mich leidenschaftlich k√ľsste. Von diesem Moment an war uns bewusst, dass wir ein Paar sein wollten. H√§ndchen haltend gingen wir zum Restaurant, wo wir ein sch√∂nes Essen zu zweit genossen. Danach beschlossen wir noch einen Cocktail trinken zu gehen, doch vorher k√ľssten wir uns in einer kleinen verregneten Gasse. Selbst in der Cocktailbar konnten wir nicht voneinander lassen. Wir waren sooooo gl√ľcklich, keiner konnte uns auseinander bringen. Vor lauter Gl√ľck verpasste Oliver seinen letzten Zug und so nahm ich ihn noch mit zu mir. Wir sa√üen bis 5:00 Uhr morgens bei mir zu Hause und kuschelten miteinander. Dann fuhr Oliver nach Hause, aber schon am n√§chsten Tag sahen wir uns wieder.

….seit diesem Tag sind wir beide unzertrennlich und unsterblich ineinander verliebt!!! Unser Gl√ľck wurde am 19. September 2008 mit unserer Trauung gekr√∂nt.

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