Liebeskummer – ein tiefer Schmerz der sein muss

Liebeskummer ist ein unendlicher Schmerz. Ein Stachel, der sich tief in Dein Innerstes bohrt. Dein Herz zerreißt und Du fragst Dich wie Du diesen Stich im Herzen ertragen sollst. Deine Gedanken rasen, Du weißt nicht was tun, wie es ertragen.

Die einzige Heilung aus diesem Schmerz ist die Zeit. Zeit heilt alle Wunden. Auch Wunden im Herzen.

Mein erster Liebeskummer war grausam.

Sehn1 Er hatte meine damals beste Freundin A. und deren damaligen Freund S. vorab informiert und sie mitgenommen zum Treffen bei mir daheim. Er kam zu mir und trennte sich. Ich versuchte stark zu bleiben. Klappte auch ganz gut. Ich erfuhr dass er die 2 mitgenommen hatte und sie unten warteten, dass er ginge um mir beizustehen. Wie gnädig oder? Ich sagte, dass das Spinnerei sei und er sie hoch bitten solle, wir könnten doch zusammen einen Kaffee trinken. Sei doch kein Ding.

A. war erstaunt über mein Verhalten. Wir unterhielten uns ziemlich normal. Unter den Umständen wirklich ungewöhnlich.

Mein Ex und S. verabschiedeten sich und A. wollte sich noch mit mir allein unterhalten. Noch immer war ich nach außen gelassen. Einzig als ich kurz in mein Schlafzimmer musste, riss ich einen Bilderrahmen von der Wand und warf ihn gegen meinen Kleiderschrank. Es war ein Foto von ihm und mir. Ich ging wieder zu den A. ohne ein Wort darüber zu verlieren. Es war der einzige Ausbruch, den ich mir in ihrer Gegenwart erlaubte.

Ich bat sie dann jedoch zu gehen. Ich wolle allein sein. Zu tief saß der Schmerz. Zu tief auch die Verletzung dass sie es vor mir wusste und mich nicht vorwarnte.

Ich blieb allein zurück und meine Fassade, die bis dahin tränenlos war, fiel in sich zusammen. Ich weinte und weinte. Ich wusste ich musste raus. Durfte nicht allein sein. Ich verstand die Welt nicht mehr. Es gab nie Streit. Es gab nie Probleme. Warum er sich trennte? Ich erinnere mich nicht mehr. Hatte er es überhaupt gesagt? Ich weiß es heute wirklich nicht mehr.

Meine Eltern waren an dem Tag nicht zuhause. Ich ging raus auf die Straße. Fühlte mich nach dem vielem Weinen wie betäubt und leer. Ich lief wahllos rum. Irgendwann sah ich eine Telefonzelle und steuerte auf sie zu. Damals war es noch nicht so, dass jeder ein Handy hatte und telefonieren konnte. Ich ging in die Telefonzelle und rief einen meiner damals besten Freunde F. an. Seine Mutter ging ans Telefon. Als ich fragte ob F. da sei, merkte sie dass mit mir etwas nicht stimmte und fragte nach. Die Tränen liefen und ich sagte ihr dass C. sich von mir getrennt habe. Sie sagte, ich solle sofort zu ihr kommen. F. sei auch da.

Ich beruhigte mich wieder und ging zu F. Seine Ma nahm mich sofort mit auf den Balkon und gab mir ein Glas zu trinken. Sie fragte was passiert sei und wie es dazu gekommen ist. Wir unterhielten uns lange. Ich weinte, sie tröstete mich. Sie baute mich auf. Ich war ihr sehr dankbar dafür. Irgendwann kam auch F. dazu. Später gingen wir in sein Zimmer. Er hatte eine ganz eigene Art mich zu trösten.

4_2 Die nächsten Tage waren die Hölle. 3 Tage lang hatte ich keinen Appetit. Ich zwängte mir einzig 2 Scheiben trockenes Brot rein. Ich hörte stundenlang die Lieder, welche mich an ihn erinnerten. Die ersten 2 Tage weinte ich verzweifelt. Ich wollte ihn zurück, fragte mich dauernd wieso. Am dritten Tag änderte sich etwas in mir. Ich hatte die erste Stufe des Liebeskummer überwunden. Wut mischte sich in meine Trauer. Wie konnte er mich verlassen? Was ist er doch für ein Arsch! Ich begann immer häufiger das Lied “Du liebst mich nicht” von Sabrina Setlur zu hören. Es drückte die Wut aus, welche ich für ihn empfand. Und doch hörte ich immer wieder auch “Du fehlst mir” von Cappuchino und “Think Twice” von Celine Dion. Der Schmerz war ein fieser Begleiter. Ich hatte eine Kassette mit seiner Stimme. Anrufbeantworteraufzeichnungen. Diese hörte ich rauf und runter. Ich konnte nicht begreifen, dass es wirklich vorbei war.

Im Sommer wurde mir diese Kassette geklaut. Das war ein letzter herber Rückschlag für mich. Sie war im Walkman, welcher mir von einer Urlaubsbekanntschaft entwendet wurde. Es war jedoch das letzte Mal dass ich wegen ihm Tränen vergoss. Mein Schmerz war danach vorbei.

Dieser erste Liebeskummer war prägend für mich. Es war eine schreckliche Zeit. Aber ich bin sehr froh sie erlebt zu haben. Durch den Schmerz weiß ich heute die Liebe wirklich zu schätzen. Es ist wichtig Liebeskummer zu erleben. So schließt man mit einer verlorenen Liebe ab und kann sich einer neuen Liebe öffnen.

Und doch war diese Zeit des Liebeskummers auch irgendwie aufregend interessant.
F. tröstete mich auf seine Art. Aber er nutzte mich nicht aus, das sei erwähnt. Als ich mich ihm aus Kummer an den Hals warf, wehrte er mich nach kurzer Zeit ab mit dem Worten: “Du kannst momentan nicht klar denken. Komm erst einmal zur Ruhe.” Eine sehr noble Geste. Nicht jeder Mann würde so handeln. Als ich Jahre später erneut Liebeskummer hatte er übrigens auch nicht. 😉 Es bringt nichts sich einen Mann für gewisse Zeit zu suchen. Der Kummer ist kurz beiseite geschoben aber er kommt mit doppelter Kraft wieder zurück. Es hilft nicht.
M. kam auch einen Tag nach der Trennung von C. vorbei. Er brachte mir Erdbeeren mit. Er dachte, er könne ein paar nette Stunden in meinem Schlafzimmer ergattern nun wo ich solo sei. Die Erdbeeren gönnte ich mir, jedoch als einziges. Ihn schickte ich heim. Er war ein wenig geknickt darüber aber er verstand es.

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