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Herausforderung

Auf dem Tisch ein Blatt Papier
– rückt mir mit seiner Leere auf den Leib –
Dies blanke Weiß verlangt von mir,
dass ich mit Worten es beschreib´.

Es gafft mich an, es fordert mich:
"Komm` her, schreib´s auf, sag Ihr die Wahrheit!"
Meine Gedanken -fürchterlich-
sind jedoch wirr und ohne Klarheit.

Wie soll ich Ihr die Wahrheit sagen,
und alles das, was in mir wühlt?
Kann denn ein Wort Gefühle tragen,
und gut beschreiben, was man fühlt?

Auf dem Tisch ein weißes Blatt.
Es klagt mich an; es droht mir still.
Weil es – noch immer wortlos glatt-
von blauer Tinte glänzen will.

Kein Wort scheint gut genug zu sein,
Dir die Gefühle zu beschreiben;
die in mir toben, hüpfen, schrein,
und Unfug mit mir treiben.

Doch plötzlich weiß ich es genau,
ich schreib´ es nieder, freue mich.
Und wenn ich auf mein Blatt nun schau´:
dann steht dort schlicht: "Ich liebe Dich!"

Ein volles Blatt liegt nun vor Dir,
da Du ja der Empfänger bist.
Dieses Blatt, es zeigt mir,
wie einfach doch die Wahrheit ist.

© Rick Valentine

Horizont

Endlich wieder frei
sehe ich
zum esrten Mal seit langer Zeit
den Horizont
und frage mich:
"Wo beginnt die Unendlichkeit?"

© Rick Valentine

Eine Rose

Wie eine Rosenstaude seh´ ich Dich,
die sich in den Himmel rankt;
die im Sommer königlich
im leichten Winde sachte schwankt.

Ob Du der Sonne Deine Blüten zeigst,
am Himmel keine Wolken ziehn;
oder ob Du Dich im Sturme neigst:
Du bleibst immer wunderschön!

Ist Deine Stimmung Regenwetter,
so fallen kleine, zarte Tropfen
– benetzen Deine Blütenblätter –
mit leisem, sehnsuchtsvollem Klopfen.

Und wenn der dunkle Abend naht
– in des Mondes düstrem Schein –
wirkst Du zerbrechlich und so zart,
drum klappst Du Deine Blätter ein.

"Welch traurig´ Schönheit!", wie man meint,
wenn sich Deine Blüten schließen;
doch wenn am nächsten Tag die Sonne scheint,
dann werden neue Triebe sprießen.

Wie gerne würde ich mich bücken,
in Deinem Glanz, im Sonnenlicht,
und nur eine Knospe pflücken.
Doch, bei Gott, ich darf es nicht!

So seh‘ ich Dich an diesem Tage,
zieh´ neben Dir des Weges hin.
Ein Bild, das ich im Herzen trage,
wenn ich schon lang vorüber bin.

© Rick Valentine

Komm her

Komm her und setz´ Dich zu mir,
hör´ mir ein Weilchen zu.
Hör´ zu, wie ich Dir sage:
"Wertvoll bist alleine Du!"

Komm´ her, und setz Dich neben mich,
und während Du mir lauschst,
werde ich Dir sagen,
wie sehr Du mich berauschst!

Komm´ her und rutsch´ ein Stückchen näher,
lehn´ Deine Schulter gegen mich.
Ich will in Deine Augen schauen
und sagen: "Schatz, ich liebe Dich!"

Komm´ her, umarm´ mich, hüll´ mich ein,
damit ich Deine Wärme spüre.
Wenn ich mit meinen weichen Lippen
die Deinigen berühre.

Komm´ her, und bleibe auch bei mir,
daß ich Dich rieche, spür´ und schmeck´.
Mein liebster Stern, ich bitte Dich:
Geh´ nie mehr von mir weg!

© Rick Valentine

Erst dann

Erst wenn die Blätter meiner Freudensbäume
wieder grün werden;
Erst wenn die Blüten meiner Hoffnungsblumen
sich wieder öffnen;
Erst wenn die Zweige meiner Liebessträucher
wieder Früchte tragen;
und wenn Du
endlich bei mir bist:
Erst dann
ist wieder Frühling
in meinem Herzen.

© Rick Valentine

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